1972 bis 1990

Am 24.04.1972 erfolgt der -zwangsweise- "Verkauf" des Unternehmens an den DDR-Staat, eine de facto Enteignung. Damit wurde die Konkurrenz für die bisherigen "Volkseigenen Betriebe" ausgeschaltet und in der Industrie die "überall gleichen Eigentumsverhältnisse" hergestellt - ein folgenschwerer Fehler für die Wirtschaft der DDR, wie sich später herausstellte.   

Durch die "Berufung" von Wolfgang Eschke, der vierten Generation als Betriebsdirektor, wurde eine relativ kontinuierliche Weiterführung der Unternehmensphilosophie gewährleistet. Es gelang, die alte Telegrammadresse in den Namen des VEB zu integrieren - so wurde aus der Richard Eschke KG der veb brokat mühltroff. Die Entwicklung war unter den damaligen Gegebenheiten so verträglich, dass Karl Eschke noch weitere 5 Jahre im Unternehmen als "Leiter für Erzeugnisentwicklung" mitarbeitete und erst mit 75 Jahren aus dem Unternehmen ausschied.

Auch unter "sozialistischen" Verhältnissen entwickelte sich das Unternehmen weiter. Zweimal, 1974 und 1987 wurde das Unternehmen mit französischen Webmaschinen ausgestattet - die Produktion spezialisierte sich auf Blusen- und Kleidergewebe für den Export in das "Nichtsozialistische Wirtschaftsgebiet". Abnehmer waren die Kaufhäuser Quelle, Neckermann und Co. sowie der DDR-Spezialhandel Exquisit. Eine Vielzahl von Rekonstruktionen historisch wertvoller Seidengewebe wurden speziell für die Potsdamer Schlösser geliefert.

Aufgrund der hohen Kreativität der Mitarbeiter wurde das Unternehmen insgesamt achtmal mit der Goldmedaille der Leipziger Messe ausgezeichnet. Weitere Auszeichnungen, wie die Auszeichnung »Gutes Design« des Amtes für Industrielle Formgestaltung und der Titel  »Betrieb der künstlerischen textilen Produktion« im Jahr 1987 folgten.


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